Nr. 3 • 2003 • Seite 2

Wien setzt auf Export

Das Exportprogramm der Wirtschaftskammer Wien für 2003 ist umfassender denn je und unterstützt die Wiener Betriebe tatkräftig dabei, ihre Präsenz auf den Wachstumsmärkten noch weiter zu erhöhen.

Die großartigen Exporterfolge der Wiener Unternehmen im vergangenen Jahr haben die Entwicklung der Wiener Konjunktur 2002 ganz entscheidend positiv beeinflusst. Daher müssen wir in Zukunft noch stärker auf das Zugpferd Export setzen, um die Wiener Wirtschaft wieder voll in Fahrt zu bringen", erklärt der Präsident der Wirtschaftskammer Wien, Walter Nettig. Aufgrund der vorliegenden Konjunkturdaten für das 1. Halbjahr des letzten Jahres konnte Wien mit 1,2 % ein wesentlich stärkeres Wachstum als das übrige Österreich verzeichnen. Das WIFO hat kürzlich für 2002 den besonders engen Zusammenhang zwischen positiver Exportentwicklung und Wirtschaftswachstum für ganz Österreich bestätigt. Wien konnte hier offenbar überdurchschnittlich stark punkten, wobei sich insbesondere die umfassenden Ostexporte von Wiener Firmen positiv ausgewirkt haben.

"Um den erwarteten Aufschwung im heurigen Jahr tatsächlich realisieren zu können, kommt unseren Exporteuren also eine ganz maßgebliche Rolle zu", so Nettig. Die Zahl der in Wien ansässigen regelmäßig exportierenden Firmen liegt derzeit bei rund 3800. "Unser ehrgeiziges Ziel ist es, diese Zahl bis 2005 auf 5000 Exporteure zu erhöhen. Die Stärken Wiens im Export liegen vor allem in der Maschinen-, Elektro- und Lebensmittelbranche, bei den Zulieferungen an die Fahrzeugindustrie, im Export von chemischen Produkten sowie in der Umwelttechnologie. Wir wollen diese Palette noch erweitern, und werden uns dabei noch stärker auf zukunftsträchtige Bereiche wie den Dienstleistungsexport und hier besonders auf den EDV- und Softwareexport sowie die Planungsdienstleistungen konzentrieren", erklärt der Wiener Wirtschaftskammerpräsident.

Noch liegt für 2002 keine abschließende Exportstatistik vor, ersten Hochrechnungen zufolge hat Wiens Wirtschaft aber Waren im Wert von rund 12 Mrd. E ins Ausland geliefert. Damit kommen mehr als 15 % der österreichischen Ausfuhren aus Wien. Mehr als 23 % der Wiener Exporte gehen in unser Nachbarland Deutschland, österreichweit sind es 30 %. Wien ist dadurch von der anhaltenden Konjunkturschwäche in der BRD etwas weniger betroffen.

Die Wiener Exporteure konzentrieren sich bei ihren Aktivitäten immer stärker auf die Länder Mittelosteuropas und damit auf die Wachstumsmärkte. Dies zeigt sich schon daran, dass der Exportanteil in die MOEL-Staaten mittlerweile ebenso groß ist wie jener in die Bundesrepublik (2,7 Mrd. E oder 23 % der 12 Mrd. E Gesamtexport). Dabei nicht eingerechnet sind jene Exporte, die durch Einkaufstouristen in Wien getätigt werden, also die sogenannten "Kofferraumexporte" in unsere Nachbarländer. Laut einer von der WKW in Auftrag gegebenen Studie liegen diese nochmals bei beachtlichen 360 Mio. E, womit sich insgesamt ein Exportvolumen von über 3 Mrd. E in die künftigen EU-Mitgliedstaaten ergibt.

Erfreulich ist auch die Präsenz unserer Firmen in Übersee. Wiens Wirtschaft lieferte im letzten Jahr Waren im Wert von über 660 Mio. E in die USA, somit kommt mehr als ein Fünftel der österreichischen USA-Exporte aus Wien. Nach Japan gingen im letzten Jahr Ausfuhren im Wert von über 90 Mio. E, nach China über 105 Mio. E. China ist für Wien der wichtigste Markt in Asien.

 

Das Exportprogramm der WKW für 2003

Auch 2003 wird sich die Wirtschaftskammer Wien mit ihren Aktivitäten auf die Wachstumsmärkte der Länder Mittelosteuropas, die BRD sowie auf die Überseemärkte USA, Japan und China konzentrieren. "Im Jahr vor der EU-Erweiterung müssen wir einen klaren Fokus auf die Kandidatenländer legen. Die Wiener Unternehmen sollen alle Chancen, die sich daraus ergeben, auch tatsächlich nutzen können. Daher freut es mich besonders, dass wir unser EU-gefördertes Mittelosteuropaprogramm, in dem wir derzeit 540 Wiener Firmen betreuen, dank zusätzlicher EU-Mittel noch aufstocken können. Unser Ziel ist es, heuer weitere 250 Firmen zur Programmteilnahme zu motivieren", erklärt Nettig.

Im Rahmen des Programms bietet die WKW schon heute eine Vielzahl von Projekten, die sehr gut angenommen werden. Dazu zählen unter anderem der Kooperationsassistent sowie Qualifizierungsseminare, in denen das notwendige Osteuropa-Know-how vermittelt wird. Nettig: "Heuer wird der Aufbau von grenzüberschreitenden Firmenkooperationen noch verstärkt: Wir bringen Wiener Firmen zu Kooperationstreffen in die Slowakei, nach Ungarn, Tschechien und Estland, und zwar aus den Bereichen EDV-Software, Planungs- und technische Büros, Werbung sowie Lebensmittel."

In Ergänzung dazu hat die WKW aktuell noch ein weiteres Projekt - ein Coaching-Programm - entwickelt, mit dem im Schlüsseljahr vor der EU-Erweiterung vor allem den Klein- und Mittelbetrieben zusätzliches Service geboten werden kann. Das Programm beinhaltet eine langfristige Begleitung durch einen Coach, die bis zu einem Jahr dauern kann. Dieser unterstützt die Unternehmen beispielsweise bei der Firmengründung in Mittelosteuropa, beim Aufbau von Niederlassungen oder der Etablierung neuer Vertriebswege und -systeme. Pro Firma stehen bis zu 20.000,- E Fördermittel zur Verfügung, von den Unternehmen ist ein 30 %iger Selbstbehalt aufzubringen.

Bei der Bearbeitung des japanischen Marktes soll Firmen eine Teilnahme am EU-Förderprojekt "Gateway to Japan" ermöglicht werden. Im Rahmen dieses Programms können Wiener Firmen an Wirtschaftsmissionen und Ausstellungen in Tokyo und Osaka teilnehmen, die durch Direktzuschüsse gefördert werden. Themenschwerpunkte sind die Bereiche Gesundheitsvorsorge, Inneneinrichtung, Junge Mode und Umwelttechnologien. Dies ist eine optimale Ergänzung zu den drei von WIEN PRODUCTS für heuer geplanten Events in Tokyo.

Auch die Präsenz in der BRD bleibt wichtig, gerade in Zeiten schwächeren Wachstums ist die Marktpräsenz mit verkaufsfördernden Maßnahmen unbedingt aufrecht zu erhalten: Events in Berlin, München und Hamburg stehen auf dem Programm.

INFO

 

EU-Erweiterungs-Beratungszentrum

der Abteilung Außenwirtschaft der WKW

Dr. Gabriele Führer

Tel.: 514 50 DW 1390, Fax-DW 1474

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