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Die großartigen Exporterfolge der Wiener
Unternehmen im vergangenen Jahr haben die Entwicklung der
Wiener Konjunktur 2002 ganz entscheidend positiv
beeinflusst. Daher müssen wir in Zukunft noch
stärker auf das Zugpferd Export setzen, um die Wiener
Wirtschaft wieder voll in Fahrt zu bringen", erklärt
der Präsident der Wirtschaftskammer Wien, Walter
Nettig. Aufgrund der vorliegenden Konjunkturdaten für
das 1. Halbjahr des letzten Jahres konnte Wien mit 1,2 % ein
wesentlich stärkeres Wachstum als das übrige
Österreich verzeichnen. Das WIFO hat kürzlich
für 2002 den besonders engen Zusammenhang zwischen
positiver Exportentwicklung und Wirtschaftswachstum für
ganz Österreich bestätigt. Wien konnte hier
offenbar überdurchschnittlich stark punkten, wobei sich
insbesondere die umfassenden Ostexporte von Wiener Firmen
positiv ausgewirkt haben.
"Um den erwarteten Aufschwung im heurigen Jahr
tatsächlich realisieren zu können, kommt unseren
Exporteuren also eine ganz maßgebliche Rolle zu", so
Nettig. Die Zahl der in Wien ansässigen
regelmäßig exportierenden Firmen liegt derzeit
bei rund 3800. "Unser ehrgeiziges Ziel ist es, diese Zahl
bis 2005 auf 5000 Exporteure zu erhöhen. Die
Stärken Wiens im Export liegen vor allem in der
Maschinen-, Elektro- und Lebensmittelbranche, bei den
Zulieferungen an die Fahrzeugindustrie, im Export von
chemischen Produkten sowie in der Umwelttechnologie. Wir
wollen diese Palette noch erweitern, und werden uns dabei
noch stärker auf zukunftsträchtige Bereiche wie
den Dienstleistungsexport und hier besonders auf den EDV-
und Softwareexport sowie die Planungsdienstleistungen
konzentrieren", erklärt der Wiener
Wirtschaftskammerpräsident.
Noch liegt für 2002 keine abschließende
Exportstatistik vor, ersten Hochrechnungen zufolge hat Wiens
Wirtschaft aber Waren im Wert von rund 12 Mrd. E ins Ausland
geliefert. Damit kommen mehr als 15 % der
österreichischen Ausfuhren aus Wien. Mehr als 23 % der
Wiener Exporte gehen in unser Nachbarland Deutschland,
österreichweit sind es 30 %. Wien ist dadurch von der
anhaltenden Konjunkturschwäche in der BRD etwas weniger
betroffen.
Die Wiener Exporteure konzentrieren sich bei ihren
Aktivitäten immer stärker auf die Länder
Mittelosteuropas und damit auf die Wachstumsmärkte.
Dies zeigt sich schon daran, dass der Exportanteil in die
MOEL-Staaten mittlerweile ebenso groß ist wie jener in
die Bundesrepublik (2,7 Mrd. E oder 23 % der 12 Mrd. E
Gesamtexport). Dabei nicht eingerechnet sind jene Exporte,
die durch Einkaufstouristen in Wien getätigt werden,
also die sogenannten "Kofferraumexporte" in unsere
Nachbarländer. Laut einer von der WKW in Auftrag
gegebenen Studie liegen diese nochmals bei beachtlichen 360
Mio. E, womit sich insgesamt ein Exportvolumen von über
3 Mrd. E in die künftigen EU-Mitgliedstaaten ergibt.
Erfreulich ist auch die Präsenz unserer Firmen in
Übersee. Wiens Wirtschaft lieferte im letzten Jahr
Waren im Wert von über 660 Mio. E in die USA, somit
kommt mehr als ein Fünftel der österreichischen
USA-Exporte aus Wien. Nach Japan gingen im letzten Jahr
Ausfuhren im Wert von über 90 Mio. E, nach China
über 105 Mio. E. China ist für Wien der wichtigste
Markt in Asien.
Das Exportprogramm der WKW für 2003
Auch 2003 wird sich die Wirtschaftskammer Wien mit ihren
Aktivitäten auf die Wachstumsmärkte der
Länder Mittelosteuropas, die BRD sowie auf die
Überseemärkte USA, Japan und China konzentrieren.
"Im Jahr vor der EU-Erweiterung müssen wir einen klaren
Fokus auf die Kandidatenländer legen. Die Wiener
Unternehmen sollen alle Chancen, die sich daraus ergeben,
auch tatsächlich nutzen können. Daher freut es
mich besonders, dass wir unser EU-gefördertes
Mittelosteuropaprogramm, in dem wir derzeit 540 Wiener
Firmen betreuen, dank zusätzlicher EU-Mittel noch
aufstocken können. Unser Ziel ist es, heuer weitere 250
Firmen zur Programmteilnahme zu motivieren", erklärt
Nettig.
Im Rahmen des Programms bietet die WKW schon heute eine
Vielzahl von Projekten, die sehr gut angenommen werden. Dazu
zählen unter anderem der Kooperationsassistent sowie
Qualifizierungsseminare, in denen das notwendige
Osteuropa-Know-how vermittelt wird. Nettig: "Heuer wird der
Aufbau von grenzüberschreitenden Firmenkooperationen
noch verstärkt: Wir bringen Wiener Firmen zu
Kooperationstreffen in die Slowakei, nach Ungarn, Tschechien
und Estland, und zwar aus den Bereichen EDV-Software,
Planungs- und technische Büros, Werbung sowie
Lebensmittel."
In Ergänzung dazu hat die WKW aktuell noch ein
weiteres Projekt - ein Coaching-Programm - entwickelt, mit
dem im Schlüsseljahr vor der EU-Erweiterung vor allem
den Klein- und Mittelbetrieben zusätzliches Service
geboten werden kann. Das Programm beinhaltet eine
langfristige Begleitung durch einen Coach, die bis zu einem
Jahr dauern kann. Dieser unterstützt die Unternehmen
beispielsweise bei der Firmengründung in
Mittelosteuropa, beim Aufbau von Niederlassungen oder der
Etablierung neuer Vertriebswege und -systeme. Pro Firma
stehen bis zu 20.000,- E Fördermittel zur
Verfügung, von den Unternehmen ist ein 30 %iger
Selbstbehalt aufzubringen.
Bei der Bearbeitung des japanischen Marktes soll Firmen
eine Teilnahme am EU-Förderprojekt "Gateway to Japan"
ermöglicht werden. Im Rahmen dieses Programms
können Wiener Firmen an Wirtschaftsmissionen und
Ausstellungen in Tokyo und Osaka teilnehmen, die durch
Direktzuschüsse gefördert werden.
Themenschwerpunkte sind die Bereiche Gesundheitsvorsorge,
Inneneinrichtung, Junge Mode und Umwelttechnologien. Dies
ist eine optimale Ergänzung zu den drei von WIEN
PRODUCTS für heuer geplanten Events in Tokyo.
Auch die Präsenz in der BRD bleibt wichtig, gerade
in Zeiten schwächeren Wachstums ist die
Marktpräsenz mit verkaufsfördernden
Maßnahmen unbedingt aufrecht zu erhalten: Events in
Berlin, München und Hamburg stehen auf dem Programm.
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