Nr. 3 • 2003 • Seite 8

Trend zum Samstagnachmittag hält an

Die regelmäßig durchgeführten Zählungen machen laufende Entwicklungen und Trends sichtbar.

Einer aktuellen Passantenzählung der Wirtschaftskammer Wien und der Stadt Wien zufolge legen die Mariahilfer Straße und die City auch weiterhin in der Gunst der Konsumenten zu. Die kleineren Einkaufsstraßen sollen auch weiterhin forciert werden.

Die Passantenfrequenz in einer Einkaufsstraße ist ein wichtiger Indikator für deren Entwicklung", weiß Walter Nettig, Präsident der Wirtschaftskammer Wien: "Ansiedlungswillige Unternehmer können daraus ablesen, wo derzeit die besten Standorte sind und welche Einkaufsstraßen in den kommenden Jahren wahrscheinlich an Bedeutung gewinnen werden. Und die Stadt und die Bezirksvertretungen können daran erkennen, wie es um die Einkaufsstraßen steht und wo Erneuerungsmaßnahmen und innovative Impulse notwendig sind."

 

Attraktive Einkaufsstraßen

Auch wenn die Passantenfrequenz nur ein Indikator für die Situation einer Einkaufsstraße ist und nicht alle Geschäftstypen und Branchen auf eine hohe Passantenfrequenz angewiesen sind - die regelmäßig durchgeführten Zählungen machen laufende Entwicklungen und Trends sichtbar. Aus diesem Grund führt die Wirtschaftskammer Wien gemeinsam mit der Stadt Wien schon seit den 70er-Jahren alle zwei Jahre eine Passantenzählung in den Wiener Einkaufsstraßen durch. Im Rahmen der jüngsten Zählung - die wie immer an zwei Tagen in der dritten Oktoberwoche erfolgte (am Donnerstag von 8.30 bis 18.30 Uhr und am Samstag von 8.30 bis 17.30 Uhr) - wurde die Passantenfrequenz an insgesamt 80 Zählstellen in 57 Einkaufsstraßen erhoben.

Das Gesamtergebnis zeigt einen Zuwachs der Passantenfrequenz, so Nettig: "Insgesamt wurden heuer 1.666.536 Passanten gezählt. Dies stellt gegenüber 2000 eine leichte Zunahme von zwei Prozent dar. Das diesjährige Ergebnis bestätigt den langjährigen Trend, dass sich die Wiener Einkaufsstraßen als attraktive Einkaufsstandorte ganz hervorragend halten - und zwar sowohl in den Haupt- als auch in den Streu- und Nebenlagen. Angesichts der enormen Flächenzuwächse am Stadtrand von Wien und auf der Grünen Wiese ist dies ein großer Erfolg, der nicht zuletzt von unserer Aktion ,Die Wiener Einkaufsstraßen' gestützt wird."

 

Mariahilferstraße und City

Die Einkaufsbereiche mit den stärksten Passantenströmen waren 2002 die Mariahilfer Straße mit 94.577, der Stephansplatz mit 90.703, der Graben mit 90.639 und die Kärntnerstraße mit 86.649 Passanten an Donnerstag und Samstag zusammen. Mit gewissem Abstand folgen der Kohlmarkt mit 44.223, die Rotenturmstraße mit 40.464, die Landstraßer Hauptstraße mit 37.191, die Neubaugasse mit 30.617, die Favoritenstraße mit 30.454 und die Meidlinger Hauptstraße mit 28.199. Diese Top Ten beweisen eine beachtliche Konstanz: Dieselben Straßen bildeten, wenn auch in anderer Reihenfolge, bereits im Jahr 1996 die stärksten Straßen. Wesentlich geringere Passantenfrequenzen weisen die kleineren Einkaufsstraßen auf, die primär der Nahversorgung dienen.

Trend zum Samstagnachmittag hält an

Seit der Änderung der Ladenöffnungszeiten Mitte der Neunzigerjahre verlagerten sich die Passantenströme zunehmend auf den Samstag und hier vor allem auf den Nachmittag. "Ich bin sehr zufrieden, dass unsere Initiative zur Öffnung aller Samstagnachmittage nun offenbar voll akzeptiert und von den Konsumenten auch angenommen wird. Freilich zeigen die Zahlen deutlich, dass hier im wesentlichen kaum neue Kunden angesprochen werden können, sondern es sich primär um Verlagerungen von anderen Wochentagen auf den Samstagnachmittag handelt", so Nettig.

Tatsächlich lag die Zunahme der Passanten von 2000 auf 2002 am Donnerstag mit 0,4 Prozent deutlich unter dem Gesamtergebnis von zwei Prozent. Am Samstagvormittag gab es ein Plus von 1,6 Prozent, am Samstagnachmittag hingegen einen Zuwachs um 5,8 Prozent. Besonders ausgeprägt ist der Trend zum Samstagnachmittag in den größeren Einkaufsstraßen: So wurden an einer Zählstelle der Mariahilfer Straße am Samstagnachmittag etwa gleich viele Passanten registriert wie am gesamten Donnerstag. In den kleineren Bezirksstraßen ist der Anteil des Samstagnachmittags meistens wesentlich geringer.

Die höchste Frequenz wurde im Zentralbereich der inneren Mariahilfer Straße, zwischen Esterhazygasse und Stiftgasse, mit 94.577 Passanten erreicht. Im Bereich des Museumsquartiers, wo seit 1990 eine schwächere Entwicklung als in der übrigen Mariahilfer Straße festzustellen war, konnte am Samstagnachmittag eine Frequenzerhöhung von annähernd 45 Prozent gegenüber 2000 festgestellt werden.

Der absolut stärkste Zuwachs wurde am Stephansplatz registriert. Hier wurden 2002 um 11.094 Passanten mehr gezählt. Auch in der Kärntner Straße, in der Nähe des Stephansplatzes und am Kohlmarkt gibt es entsprechende Zunahmen.

 

Erfreuliche Entwicklung

WKW-Präsident Nettig zieht insgesamt ein positives Resümee: "Neben den unverändert guten Ergebnissen von Mariahilfer Straße und City ist es vor allem die erfreuliche Entwicklung einzelner Bezirksstraßen, wie etwa der Alser Straße oder der Thaliastraße, die mich positiv stimmt." Umso wichtiger ist es, auch in Zukunft die Unternehmer zu neuen Investitionen zu motivieren und unterstützende Initiativen wie die Wiener Einkaufsstraßenaktion einerseits sowie die notwendigen baulichen Erneuerungen andererseits konsequent voranzutreiben.

 

INFO

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