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Die Passantenfrequenz in einer Einkaufsstraße ist
ein wichtiger Indikator für deren Entwicklung",
weiß Walter Nettig, Präsident der
Wirtschaftskammer Wien: "Ansiedlungswillige Unternehmer
können daraus ablesen, wo derzeit die besten Standorte
sind und welche Einkaufsstraßen in den kommenden
Jahren wahrscheinlich an Bedeutung gewinnen werden. Und die
Stadt und die Bezirksvertretungen können daran
erkennen, wie es um die Einkaufsstraßen steht und wo
Erneuerungsmaßnahmen und innovative Impulse notwendig
sind."
Attraktive Einkaufsstraßen
Auch wenn die Passantenfrequenz nur ein Indikator
für die Situation einer Einkaufsstraße ist und
nicht alle Geschäftstypen und Branchen auf eine hohe
Passantenfrequenz angewiesen sind - die
regelmäßig durchgeführten Zählungen
machen laufende Entwicklungen und Trends sichtbar. Aus
diesem Grund führt die Wirtschaftskammer Wien gemeinsam
mit der Stadt Wien schon seit den 70er-Jahren alle zwei
Jahre eine Passantenzählung in den Wiener
Einkaufsstraßen durch. Im Rahmen der jüngsten
Zählung - die wie immer an zwei Tagen in der dritten
Oktoberwoche erfolgte (am Donnerstag von 8.30 bis 18.30 Uhr
und am Samstag von 8.30 bis 17.30 Uhr) - wurde die
Passantenfrequenz an insgesamt 80 Zählstellen in 57
Einkaufsstraßen erhoben.
Das Gesamtergebnis zeigt einen Zuwachs der
Passantenfrequenz, so Nettig: "Insgesamt wurden heuer
1.666.536 Passanten gezählt. Dies stellt gegenüber
2000 eine leichte Zunahme von zwei Prozent dar. Das
diesjährige Ergebnis bestätigt den
langjährigen Trend, dass sich die Wiener
Einkaufsstraßen als attraktive Einkaufsstandorte ganz
hervorragend halten - und zwar sowohl in den Haupt- als auch
in den Streu- und Nebenlagen. Angesichts der enormen
Flächenzuwächse am Stadtrand von Wien und auf der
Grünen Wiese ist dies ein großer Erfolg, der
nicht zuletzt von unserer Aktion ,Die Wiener
Einkaufsstraßen' gestützt wird."
Mariahilferstraße und City
Die Einkaufsbereiche mit den stärksten
Passantenströmen waren 2002 die Mariahilfer
Straße mit 94.577, der Stephansplatz mit 90.703, der
Graben mit 90.639 und die Kärntnerstraße mit
86.649 Passanten an Donnerstag und Samstag zusammen. Mit
gewissem Abstand folgen der Kohlmarkt mit 44.223, die
Rotenturmstraße mit 40.464, die Landstraßer
Hauptstraße mit 37.191, die Neubaugasse mit 30.617,
die Favoritenstraße mit 30.454 und die Meidlinger
Hauptstraße mit 28.199. Diese Top Ten beweisen eine
beachtliche Konstanz: Dieselben Straßen bildeten, wenn
auch in anderer Reihenfolge, bereits im Jahr 1996 die
stärksten Straßen. Wesentlich geringere
Passantenfrequenzen weisen die kleineren
Einkaufsstraßen auf, die primär der Nahversorgung
dienen.
Trend zum Samstagnachmittag hält an
Seit der Änderung der Ladenöffnungszeiten Mitte
der Neunzigerjahre verlagerten sich die Passantenströme
zunehmend auf den Samstag und hier vor allem auf den
Nachmittag. "Ich bin sehr zufrieden, dass unsere Initiative
zur Öffnung aller Samstagnachmittage nun offenbar voll
akzeptiert und von den Konsumenten auch angenommen wird.
Freilich zeigen die Zahlen deutlich, dass hier im
wesentlichen kaum neue Kunden angesprochen werden
können, sondern es sich primär um Verlagerungen
von anderen Wochentagen auf den Samstagnachmittag handelt",
so Nettig.
Tatsächlich lag die Zunahme der Passanten von 2000
auf 2002 am Donnerstag mit 0,4 Prozent deutlich unter dem
Gesamtergebnis von zwei Prozent. Am Samstagvormittag gab es
ein Plus von 1,6 Prozent, am Samstagnachmittag hingegen
einen Zuwachs um 5,8 Prozent. Besonders ausgeprägt ist
der Trend zum Samstagnachmittag in den größeren
Einkaufsstraßen: So wurden an einer Zählstelle
der Mariahilfer Straße am Samstagnachmittag etwa
gleich viele Passanten registriert wie am gesamten
Donnerstag. In den kleineren Bezirksstraßen ist der
Anteil des Samstagnachmittags meistens wesentlich
geringer.
Die höchste Frequenz wurde im Zentralbereich der
inneren Mariahilfer Straße, zwischen Esterhazygasse
und Stiftgasse, mit 94.577 Passanten erreicht. Im Bereich
des Museumsquartiers, wo seit 1990 eine schwächere
Entwicklung als in der übrigen Mariahilfer Straße
festzustellen war, konnte am Samstagnachmittag eine
Frequenzerhöhung von annähernd 45 Prozent
gegenüber 2000 festgestellt werden.
Der absolut stärkste Zuwachs wurde am Stephansplatz
registriert. Hier wurden 2002 um 11.094 Passanten mehr
gezählt. Auch in der Kärntner Straße, in der
Nähe des Stephansplatzes und am Kohlmarkt gibt es
entsprechende Zunahmen.
Erfreuliche Entwicklung
WKW-Präsident Nettig zieht insgesamt ein positives
Resümee: "Neben den unverändert guten Ergebnissen
von Mariahilfer Straße und City ist es vor allem die
erfreuliche Entwicklung einzelner Bezirksstraßen, wie
etwa der Alser Straße oder der Thaliastraße, die
mich positiv stimmt." Umso wichtiger ist es, auch in Zukunft
die Unternehmer zu neuen Investitionen zu motivieren und
unterstützende Initiativen wie die Wiener
Einkaufsstraßenaktion einerseits sowie die notwendigen
baulichen Erneuerungen andererseits konsequent
voranzutreiben.
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