Nr. 9 • 2003 • Seite 2

Immobilienmarkt Wien: Jede Menge guter Gründe

Hervorragende Lebensqualität, hohe soziale Standards, beste technische Voraussetzungen: In Wien lässt es sich gut arbeiten.

Der Immobilienmarkt Wien zeichnet sich durch stabile Mieten auf international sehr niedrigem Niveau aus.

Der Immobilienmarkt Wien ist ein Markt mit Zukunft: Als florierender Wirtschaftsstandort im Herzen Europas mit stabilen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bietet unsere Stadt Unternehmern und Investoren ideale Voraussetzungen, und die bevorstehende Erweiterung der Europäischen Union, die praktisch vor unserer Haustür stattfindet, wirkt sich auf die zahlreichen Vorteile, die die Betriebe hier vorfinden, wie ein Multiplikator aus. Aber eines ist klar, und darüber sind sich alle Experten einig: Ein ausuferndes Angebot, das die Nachfrage übersteigt, wäre für diesen Markt in jedem Fall von Nachteil", erklärt der Präsident der Wirtschaftskammer Wien, Walter Nettig, die Hintergründe der erfolgreichen Entwicklung des Wiener Immobilienmarkts in den letzten Jahren.

Komm.Rat Brigitte Jank, Obfrau der Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Wien und Inhaberin der Immobilienkanzlei Jank & Partner Real Estate Services GmbH, bestätigt: "Das Angebot hat in letzter Zeit zugenommen, doch die Top-Lagen werden sowohl bei den Neubauten als auch im Althausbereich stark nachgefragt. Für verkehrstechnisch gut aufgeschlossene Immobilien, die noch dazu mit guter Infrastruktur punkten - dazu zählen etwa in ausreichender Anzahl vorhandene Parkplätze oder auch genügend Kinderbetreuungseinrichtungen - sowie für die Neubauten in den in den letzten Jahren errichteten Bürotürmen gibt es in jedem Fall zahlreiche Interessenten."

"Insgesamt gilt für den Wiener Büromarkt, dass - vor allem bei weniger guter Lage - die Nachfrage zurzeit geringer ist als das Angebot, die Top-Objekte in der Innenstadt, in den angrenzenden Gebieten wie in der Josefstadt oder im zweiten Bezirk sind aber nach wie vor heiß begehrt", erklärt Klaus Edelhauser, Vorstandsdirektor der Generali Vermögens- und Immobilienverwaltungs AG.

Top-Qualität - zu besten Preisen

Aus gutem Grund: Denn die Mieten für die - ausreichend vorhandenen - Büroflächen in Wien sind stabil und noch dazu im internationalen Vergleich sehr niedrig: Während Unternehmer für einen Quadratmeter Bürofläche in London, dem absolut teuersten Pflaster Europas, für Wiener Verhältnisse unvorstellbare 1.468,- E, in Paris 804,- E und in Madrid immerhin noch 480,- E pro Jahr hinlegen müssen, kommen sie in der österreichischen Bundeshauptstadt (die im aktuellen internationalen Ranking des renommierten Unternehmensberaters William M. Mercer in Sachen Lebensqualität den zweiten Platz einnimmt) mit Höchstmieten von 264,- E per anno überzeugend günstig davon - und das sind die absoluten Spitzenwerte in den Prestigeetagen von bestgelegenen Bürotürmen sowie in repräsentativen Innenstadtpalais (Stand Ende 2002). Die Durchschnittsmieten liegen in Wien zurzeit bei etwa 140,- E pro Jahr.

Gute Rahmenbedingungen verbessern

Auch im internationalen Vergleich ist der Wiener Büromarkt - national gesehen natürlich die absolute Nummer eins - äußerst interessant: Wien zeichnet sich durch hervorragende Lebensqualität ebenso aus wie durch ausgezeichnet ausgebildete Arbeitskräfte und hohe Produktivität, hohe soziale Standards und - nicht zuletzt durch die gut funktionierende Sozialpartnerschaft - sozialen Frieden: Österreich begnügt sich in den internationalen Streikstatistiken traditionell mit einem der letzten Plätze. Die kleine Donaumetropole ist Sitz der Vereinten Nationen, der OSZE, der OPEC, der IAEO und der UNIDO und weiterer bedeutender Organisationen. Die österreichische Bundeshauptstadt ist das politische und das Verwaltungszentrum der Republik, die Amtswege sind ebenso kurz wie die in andere europäische Metropolen, weshalb zahlreiche heimische und internationale Großunternehmen sowie alle österreichischen Großbanken Wien zum Sitz ihrer Österreich- und immer öfter auch zu ihrer Mittelosteuropazentrale machen - und Wien damit zu der Dienstleistungszentrale im Zentrum Europas.

Durchwegs Qualitäten, die die Nachfrage auf dem Immobilienmarkt noch steigern, wie auch Edelhauser bestätigt: "Wien wirbt zu Recht seit Jahren erfolgreich in aller Welt mit all diesen Vorteilen." Schon durch die vorteilhafte Lage im Zentrum Europas ist die Positionierung Wiens als Brücke zwischen Ost und West vor allem im Hinblick auf internationale Investoren, die einen Standort für ihre Mittelosteuropazentrale suchen, sehr von Vorteil. Wien liegt im Schnittpunkt wichtiger internationaler Hauptverkehrsrouten. "So vorteilhaft diese Lage für Wien auch ist - sie verpflichtet auch: Dem Ausbau des Straßen- und Schienennetzes, der Realisierung des Umfahrungsringes und der Nordautobahn rund um Wien muss oberste Priorität eingeräumt werden", so Edelhauser.

Die Leerstandsrate bei den Büroflächen in Wien hat zum Ende des Vorjahres rund 5 Prozent betragen, womit, bei einem Flächenangebot von rund 9,1 Mio. m2, momentan etwa 450.0000 m2 leer stehen. Diese für den Immobilien- und Investmentmarkt wichtige Quote wird mit Ende des Jahres einen geschätzten Wert von 5,5 Prozent erreichen. "Die aktuelle Leerstandsrate ist im internationalen Vergleich gering und wird auf einem entwickelten Markt - wie der Wiener Markt einer ist - als ,gesund' angesehen. Im heurigen Jahr werden die Mietpreise konstant bleiben, in den weniger interessanten Lagen erwarten wir ein leichtes Nachgeben der Preise", so Dr. Eugen Otto, Inhaber der NAI Otto Immobilien Real Estate Services und Präsident der österreichischen Niederlassung der FIABCI, eines in über 50 Ländern agierenden internationalen Immobilienverbands, der sich der geschäftlichen Kooperation sowie dem Austausch von Erfahrung und Know-how verschrieben hat.

Investmentmarkt Wien - hoch im Kurs

Der Wiener Investmentmarkt, bis 1999 eher weniger internationalisiert, war in den letzten Jahren von starker Nachfrage insbesondere von Seiten ausländischer Investoren geprägt: 2002 war ein Rekordjahr, noch nie waren die Nachfrage und das Transaktionsvolumen derart hoch: Immobilien stehen als Anlageform nach wie vor hoch im Kurs, Wien hat in den Anlagestrategien vieler internationaler Investoren einen festen Platz. Die wesentliche Grundlage - ein stabiler Bürovermietungsmarkt - ist hier gegeben, die Bruttorenditen für vollvermietete moderne Büroimmobilien bewegten sich im Vorjahr zwischen 6,0 und 6,8 Prozent.

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