|
Das Zusammenspiel zwischen Wirtschaft und Schule hat sich
in Wien in den letzten Jahren zu einer Beispiel gebenden
Partnerschaft entwickelt: Weil mittlerweile alle
maßgeblichen Stellen erkennen, dass für die
berufliche Zukunft der Jugend - und damit auch für die
Zukunft des Wirtschaftsstandortes Wien - nur gemeinsam
vorgesorgt werden kann. Und nicht zuletzt funktioniert diese
Partnerschaft so gut, weil die Wirtschaftskammer Wien mit
ihrer Berufsinformation der Wiener Wirtschaft, dem BIWI am
Währinger Gürtel, eine Plattform etabliert hat,
auf der Wirtschaft und Schule eng zusammenarbeiten
können. Beispielhaft ist dabei der Einsatz engagierter
Unternehmer und Lehrer, die unermüdlich
Aufklärungsarbeit leisten, ohne dabei
ausschließlich an den eigenen Betrieb oder die eigene
Schule zu denken. "Dieser vorbildliche Einsatz der Wiener
Unternehmer ist mehr als wichtig: Schließlich geht es
hier nicht zuletzt darum, die geeigneten Arbeitskräfte
für morgen zu finden und so die Zukunft der Wiener
Betriebe zu sichern", betont der Präsident der
Wirtschaftskammer Wien, Walter Nettig.
Engagement trotz zeitlicher Knappheit
Das Interesse in den Schulen ist groß: "Wir wollen
praxisbezogene Information über Berufswelt und
Arbeitsplätze, wir wollen unternehmerisch denken
lernen, wir wollen wissen, welche Eigenschaften und
Fähigkeiten unsere Schüler brauchen, um für
die Wirtschaft interessant zu sein", so der einhellige Tenor
von Seiten der Schüler und Lehrer. Wiens Unternehmer
stehen diesem Interesse positiv gegenüber und bringen
die Zeit auf, um bei den BIWI-Branchenpräsentationen
vor Ort praktische Beispiele anzubieten, um bei
Berufspraktischen Tagen für die Schüler, bei
Betriebspraktika für die Lehrer im eigenen Betrieb mit
Rat und Tat zur Verfügung zu stehen. Und auch bei den
zahlreichen Bewerbungstrainings, Lehrerseminaren und
Fachvorträgen in den Schulen geben die Wiener
Unternehmer Schülern und Lehrern ihr Wissen und ihre
Erfahrung weiter. Im persönlichen Gespräch werden
Denkweisen und Einstellungen verständlich gemacht. Das
BIWI übernimmt hier die Rolle des Koordinators und
achtet darauf, dass auf den meist nur zu vollen
Terminkalender der Selbständigen Rücksicht
genommen wird: Schließlich steht hinter jedem
engagierten Unternehmer ein Betrieb, der viel Einsatz
abverlangt.
Große Nachfrage
Gerade in letzter Zeit haben einige BIWI-Aktivitäten
mit Praxisbezug die Tür zu den AHS weit aufgemacht: So
haben Lehrlingsbetreuer aus Gewerbe und Handel beim Projekt
"Bewerbungstraining" in der AHS XVI - Schuhmeierplatz
Schüler und Professoren so beeindruckt, dass aus dem
einmaligen Projekt ein beständiges BIWI-Angebot werden
sollte. Beim Thema "Betriebspraktika für Lehrer", zu
dem das BIWI gemeinsam mit dem Stadtschulrat aufgerufen hat,
haben sich fast hundert Lehrer spontan gemeldet - mehr als
die Hälfte aus AHS. Schon bei der ersten Vorbesprechung
im BIWI war zu bemerken, dass den Lehrern der Kontakt zu
Experten aus der wirtschaftlichen Praxis ein echtes Anliegen
ist.
Engagement für Wiens Betriebe
Die nächsten Betriebspraktika finden im April und
Mai 2003 statt. Je nach Vereinbarung dauern sie bis zu einer
Woche. In dieser Zeit soll den Schülern die
Möglichkeit geboten werden, die Anforderungen des
jeweiligen Arbeitsplatzes in der Praxis kennenzulernen und
mit Fachleuten aus dem Betrieb zu sprechen. Die von den
Lehrern herangetragenen Wünsche umfassen alle Sparten.
"Wir bitten schon jetzt alle Betriebe, uns dabei zu
unterstützen, damit wir dem großen Interesse
gerecht werden können. Geben Sie uns Ihre Bereitschaft
bekannt, nehmen Sie diesbezügliche Anfragen aus dem
BIWI und von den Lehrern entsprechend wohlwollend auf",
appelliert der Leiter des BIWI, Leo Hödl, an Wiens
Unternehmer und sagt zu, dass von Seiten des BIWI in jedem
Fall darauf geachtet wird, dass das Engagement der Wiener
Unternehmer nicht über Gebühr in Anspruch genommen
wird - schon allein, um der Freude über gelungene
Imagebildung im Sinne der Wirtschaft mehr Gewicht zu geben
als dem Aufwand an Zeit und Vorbereitung.
"Bei den Unternehmern, die bisher schon immer wieder
ihren Beitrag dazu leisten, diese Partnerschaft für die
Zukunft zu unterstützen, bedanke ich mich besonders
herzlich - und hoffe, dass dieses Beispiel Schule macht und
der Kreis der engagierten Unternehmer immer
größer wird", so Nettig.
|