Nr. 9 • 2003 • Seite 6

Wirtschaft und Schule: Durchs Reden kommen die Leut' z'amm ...

Das Interesse von Schülern und Lehrern, Einblick in die wirtschaftliche Praxis zu gewinnen, ist größer denn je. Wiens Unternehmer unterstützen dies, das BIWI koordiniert die sehr enge Kooperation.

Das Zusammenspiel zwischen Wirtschaft und Schule hat sich in Wien in den letzten Jahren zu einer Beispiel gebenden Partnerschaft entwickelt: Weil mittlerweile alle maßgeblichen Stellen erkennen, dass für die berufliche Zukunft der Jugend - und damit auch für die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Wien - nur gemeinsam vorgesorgt werden kann. Und nicht zuletzt funktioniert diese Partnerschaft so gut, weil die Wirtschaftskammer Wien mit ihrer Berufsinformation der Wiener Wirtschaft, dem BIWI am Währinger Gürtel, eine Plattform etabliert hat, auf der Wirtschaft und Schule eng zusammenarbeiten können. Beispielhaft ist dabei der Einsatz engagierter Unternehmer und Lehrer, die unermüdlich Aufklärungsarbeit leisten, ohne dabei ausschließlich an den eigenen Betrieb oder die eigene Schule zu denken. "Dieser vorbildliche Einsatz der Wiener Unternehmer ist mehr als wichtig: Schließlich geht es hier nicht zuletzt darum, die geeigneten Arbeitskräfte für morgen zu finden und so die Zukunft der Wiener Betriebe zu sichern", betont der Präsident der Wirtschaftskammer Wien, Walter Nettig.

Engagement trotz zeitlicher Knappheit

Das Interesse in den Schulen ist groß: "Wir wollen praxisbezogene Information über Berufswelt und Arbeitsplätze, wir wollen unternehmerisch denken lernen, wir wollen wissen, welche Eigenschaften und Fähigkeiten unsere Schüler brauchen, um für die Wirtschaft interessant zu sein", so der einhellige Tenor von Seiten der Schüler und Lehrer. Wiens Unternehmer stehen diesem Interesse positiv gegenüber und bringen die Zeit auf, um bei den BIWI-Branchenpräsentationen vor Ort praktische Beispiele anzubieten, um bei Berufspraktischen Tagen für die Schüler, bei Betriebspraktika für die Lehrer im eigenen Betrieb mit Rat und Tat zur Verfügung zu stehen. Und auch bei den zahlreichen Bewerbungstrainings, Lehrerseminaren und Fachvorträgen in den Schulen geben die Wiener Unternehmer Schülern und Lehrern ihr Wissen und ihre Erfahrung weiter. Im persönlichen Gespräch werden Denkweisen und Einstellungen verständlich gemacht. Das BIWI übernimmt hier die Rolle des Koordinators und achtet darauf, dass auf den meist nur zu vollen Terminkalender der Selbständigen Rücksicht genommen wird: Schließlich steht hinter jedem engagierten Unternehmer ein Betrieb, der viel Einsatz abverlangt.

Große Nachfrage

Gerade in letzter Zeit haben einige BIWI-Aktivitäten mit Praxisbezug die Tür zu den AHS weit aufgemacht: So haben Lehrlingsbetreuer aus Gewerbe und Handel beim Projekt "Bewerbungstraining" in der AHS XVI - Schuhmeierplatz Schüler und Professoren so beeindruckt, dass aus dem einmaligen Projekt ein beständiges BIWI-Angebot werden sollte. Beim Thema "Betriebspraktika für Lehrer", zu dem das BIWI gemeinsam mit dem Stadtschulrat aufgerufen hat, haben sich fast hundert Lehrer spontan gemeldet - mehr als die Hälfte aus AHS. Schon bei der ersten Vorbesprechung im BIWI war zu bemerken, dass den Lehrern der Kontakt zu Experten aus der wirtschaftlichen Praxis ein echtes Anliegen ist.

Engagement für Wiens Betriebe

Die nächsten Betriebspraktika finden im April und Mai 2003 statt. Je nach Vereinbarung dauern sie bis zu einer Woche. In dieser Zeit soll den Schülern die Möglichkeit geboten werden, die Anforderungen des jeweiligen Arbeitsplatzes in der Praxis kennenzulernen und mit Fachleuten aus dem Betrieb zu sprechen. Die von den Lehrern herangetragenen Wünsche umfassen alle Sparten. "Wir bitten schon jetzt alle Betriebe, uns dabei zu unterstützen, damit wir dem großen Interesse gerecht werden können. Geben Sie uns Ihre Bereitschaft bekannt, nehmen Sie diesbezügliche Anfragen aus dem BIWI und von den Lehrern entsprechend wohlwollend auf", appelliert der Leiter des BIWI, Leo Hödl, an Wiens Unternehmer und sagt zu, dass von Seiten des BIWI in jedem Fall darauf geachtet wird, dass das Engagement der Wiener Unternehmer nicht über Gebühr in Anspruch genommen wird - schon allein, um der Freude über gelungene Imagebildung im Sinne der Wirtschaft mehr Gewicht zu geben als dem Aufwand an Zeit und Vorbereitung.

"Bei den Unternehmern, die bisher schon immer wieder ihren Beitrag dazu leisten, diese Partnerschaft für die Zukunft zu unterstützen, bedanke ich mich besonders herzlich - und hoffe, dass dieses Beispiel Schule macht und der Kreis der engagierten Unternehmer immer größer wird", so Nettig.

BIWI

18., Währinger Gürtel 97

Leo Hödl, Referatsleiter

Tel.: 470 33 07 DW 10

Fax: 470 33 07 DW 21

e-mail: hoedl@biwi.at

Karl Pilz, Projektbetreuer

Tel.: 470 33 07 DW 11

e-mail: pilz@biwi.at

Internet: www.biwi.at

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