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Schon seit Jahren können wir im Rahmen unserer
Branchenpräsentationen im erfolgreichen BIWI, der
Berufsinformation der Wirtschaftskammer Wien, beobachten,
wie unvoreingenommen Mädchen an sogenannte
Männerberufe herangehen. Dort können die jungen
Damen das Handwerk im doppelten Sinne ,begreifen', und das
bringt 100 Mal mehr als theoretische Erklärungen. Genau
so soll auch der Töchtertag funktionieren, und deshalb
unterstützen wir ihn auch sehr gerne", erklärte
der Präsident der Wirtschaftskammer Wien, Walter
Nettig, anlässlich der Präsentation des 2. Wiener
Töchtertags mit Frauenstadträtin Mag. Renate
Brauner.
An diesem besonderen Tag begleiten Mädchen ihre
Eltern zur Arbeit. Für einen Arbeitstag öffnen
internationale Industriekonzerne, Klein- und Mittelbetriebe,
Medienunternehmen, öffentliche Ämter und
Institutionen ihre Türen. Ziel des Töchtertags
ist, die Öffentlichkeit auf die Stärken der
Mädchen aufmerksam zu machen, um einer gut
ausgebildeten Generation junger Frauen weitreichende
Zukunftsperspektiven in technisch orientierten,
nichttraditionellen Berufsfeldern zu eröffnen.
Noch dazu, wo es den Betrieben gerade in
technischen und techniknahen Bereichen zunehmend an
qualifiziertem Nachwuchs fehlt. Die Wiener Wirtschaft kann
es sich nicht leisten, auf eine gut ausgebildete Generation
von jungen Frauen und Mädchen zu verzichten", wie
Nettig aus langjähriger Erfahrung und zahlreichen
Gesprächen mit Unternehmern weiß.
Anders: die Berufswahl von Mädchen
85 Prozent der Mütter und 83 Prozent der Väter
würden ihre Töchter ermuntern, einen für
Frauen untypischen Beruf zu ergreifen, wie eine aktuelle
Studie im Auftrag des Wiener Frauenbüros,
durchgeführt vom Institut für empirische
Sozialforschung (IFES), zeigt. Und acht von zehn
Mädchen finden Frauen in Männerberufen" gut
- was aber keineswegs bedeutet, dass sie selbst so einen
Beruf ergreifen wollen. Die Berufswahl der meisten
Jugendlichen erfolgt nach wie vor nach
geschlechtsspezifischen Gesichtspunkten, die technischen,
handwerklichen und naturwissenschaftlichen Tätigkeiten
üben zum allergrößten Teil Männer aus.
57,5 Prozent aller Mädchen entscheiden sich der
aktuellen Lehrlingsstatistik der Wirtschaftskammer Wien
zufolge nach wie vor für die drei Klassiker unter den
Lehrberufen: Einzelhandelskauffrau, Friseurin und
Bürokauffrau. Wir sehen, dass sich die Liste der
beliebtesten Lehrberufe von Mädchen und Burschen seit
Jahren kaum verändert. Ein bisschen hat sich in den
vergangenen Jahren aber sehr wohl bewegt. Vor allem bei den
neuen Lehrberufen wurde größter Wert darauf
gelegt, dass die Anforderungen völlig
geschlechtsneutral sind. Und so haben wir etwa im neuen
Lehrberuf Medienfachkraft/Mediendesign heute immerhin 40
Prozent Mädchen, konkret sind es 28 von 70",
erläutert Nettig.
Steigender Frauenanteil in vielen Bereichen
Bei den Bautechnischen Zeichnern sind etwa 47 Prozent der
Lehrlinge weiblich, bei den Selbständigen generell
bemerkt die Wirtschaftskammer Wien seit Jahren einen
wachsenden Frauenanteil, der derzeit bei fast 34 Prozent
liegt.
In einigen Branchen - etwa in der Werbung, aber auch bei
den Unternehmensberatern und IT-Dienstleistern - verzeichnen
die Frauen enorme, zum Teil über jenen der Männer
liegende Zuwachsraten. Bei den Musikinstrumentenerzeugern
liegt der Frauenanteil bei etwa einem Drittel, bei den
Fleischern sind es 45 Prozent, bei den Bäckern 47 und
bei den Konditoren sogar 77 Prozent. Noch interessanter sind
die Zuwachsraten im Fünf-Jahres-Vergleich, konkret
zwischen Jänner 1998 und Jänner 2003. Hier wurden
folgende Beschäftigungszunahmen verzeichnet:
- Schuhmacherinnen + 20%
- Kunststoffverarbeiterinnen + 30%
- Malerinnen, Lackiererinnen und Schilderherstellerinnen
+ 39%
- Mechatronikerinnen + 29%
Sie sehen also, ein bisschen Bewegung in die
richtige Richtung gibt es bereits, und wir wollen dies mit
unserem Engagement beim Töchtertag noch weiter
unterstützen. Uns geht es dabei darum, neben den sehr
wichtigen Großbetrieben auch die Klein- und
Mittelbetriebe zum Mitmachen zu motivieren. Denn sie sind
natürlich im beruflichen Alltag einer der
Hauptträger der Beschäftigung und auch der
Jugendausbildung", ergänzt Nettig.
Spezielles Angebot des BIWI zum Töchtertag
Neben der Motivation der Wiener Betriebe hat die WKW auch
die Verantwortung für jene Mädchen
übernommen, die gerne am Töchtertag teilnehmen
möchten, für die sich aber kein Besuch im Betrieb
der Eltern organisieren lässt: Für sie wurde ein
umfangreiches, informatives Ersatzprogramm am BIWI
entwickelt, das heuer erstmals angeboten wird. Auch hier
sind natürlich die Eltern gerne gesehen: Aus
unserer Studie zur Berufswahl von Mädchen wissen wir,
dass gerade Mütter und Väter sehr großen
Einfluss auf die berufliche Zukunft ihrer Töchter
haben. Darum legen wir so großen Wert darauf, sie
besonders einzubinden. Um Mädchen zu einer
unkonventionellen Berufswahl zu bewegen, bedarf es
veränderter Weichenstellungen - im Elternhaus, in der
Schule und in der Öffentlichkeit."
Der Töchtertag lohnt sich - auch und besonders
für die Unternehmen
Präsident Nettig bedankte sich bei den teilnehmenden
Firmen: Der vorbildliche Einsatz der Wiener
Unternehmer ist ausschlaggebend für den Erfolg dieser
vielversprechenden und richtungweisenden Aktion - und er
zahlt sich auch wirklich aus: Letztendlich geht es hier
darum, die geeigneten Arbeitskräfte für morgen zu
finden - und so die Zukunft der Wiener Betriebe zu sichern."
Die Betriebe erfahren einen Imagegewinn, indem sie ihre
zukunftsorientierte Unternehmensphilosophie nach außen
hin sichtbar machen. Der Bedarf an hochqualifizierten
Mitarbeiterinnen wird erkannt und nicht zuletzt fördern
die Betriebe Mädchen als Fachkräfte von morgen,
wodurch natürlich insbesondere die Identifikation der
Mitarbeiterinnen mit dem Betrieb erhöht wird.
Unternehmen, die am Töchtertag teilnehmen wollen,
werden gebeten, sich mit dem Töchtertagbüro in
Verbindung zu setzen (Kontaktadresse siehe Infokasten).
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2. Wiener Töchtertag:
Mädchen in den Mittelpunkt
Der Töchtertag bietet Mädchen zwischen elf und
16, deren Eltern in einem Betrieb arbeiten, der am
Töchtertag 2003" teilnimmt, die Möglichkeit,
Berufe abseits der gängigen Rollenmuster kennen zu
lernen. Die beste Freundin darf natürlich gerne
mitgebracht werden. In der Früh begleiten die
Töchter ihre Eltern zur Arbeit. Nach einem gemeinsamen
Start in den Tag wird den Mädchen die Chance geboten,
selbständig tätig zu sein. Im Vordergrund stehen
das Ausprobieren und praktische Erfahren der eigenen
technisch-handwerklichen Fähigkeiten.
Aber auch Mädchen, deren Eltern in Betrieben
arbeiten, die am 2. Wiener Töchtertag nicht teilnehmen,
haben die Chance verschiedene Berufsfelder praxisnah kennen
zu lernen: Das BIWI bietet am 24. April einen besonderen
berufspraktischen Tag mit einem dichten Programm. Die Eltern
dürfen natürlich auch mitgenommen werden, die
Mädchen werden eingeladen, sich handwerklich zu
betätigen: Sie können ihr handwerkliches Geschick
bei der Herstellung von Namensschildern erproben - unter
Verwendung verschiedenster Materialien und in den
unterschiedlichsten Techniken. Bewerbungstrainings stehen
ebenso auf der Tagesordnung wie technische
Eignungsverfahren: Sie sollen den Mädchen dabei
behilflich sein, zu erkennen, für welche
Tätigkeiten sie geeignet sind. Weiters bietet sich
ihnen am Töchtertag im BIWI die Möglichkeit, mit
Unternehmerinnen zu sprechen, die in frauenuntypischen
Berufen Erfolg haben. Unternehmerinnen, die in
handwerklichen Berufen oder im Bereich der Neuen Medien
erfolgreich tätig sind, werden gebeten, sich beim BIWI
zu melden.
Töchtertagbüro
Nähere Informationen und Service zum Töchtertag
bietet das Töchtertagbüro für Mädchen,
Eltern und Betriebe unter der kostenlosen Hotline 0800/22 22
10, täglich von 8.30 bis 16.30 Uhr, per Fax an 810 48
49 DW 50 sowie auf der Töchtertag-Website unter
www.toechtertag.at
BIWI
Die Berufsinformation der Wiener Wirtschaft (BIWI) bietet
Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit,
sich ein Bild von ihrem zukünftigen Beruf zu machen. Im
Rahmen von Schnuppertagen und Betriebspraktika, in
Kooperation mit den Wiener Betrieben und den Wiener Schulen
werden jungen Menschen Einblicke in den praktischen
Berufsalltag ermöglicht.
Nähere Informationen:
Berufsinformation der Wiener Wirtschaft
Leo Hödl
Referatsleiter
Tel.: 470 33 07 DW 10
e-mail: hoedl@biwi.at
18., Währinger Gürtel 97
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